15. Februar 2015

Das reale Leben ist nicht Photoshop!

Ich hab mich aufgeregt. Wie immer, wenn sowas geschieht.

Diese Woche kursierten Bilder von Cindy Crawford und Beyoncé im Cyberspace. Unbearbeitete Bilder. Ohne Photoshop-Retuschen. OMG! Wir kriegten nicht ganz durchtrainierte Arme und Beine zu sehen, einen "Schwabbelbauch" (sofern man diesen als solchen Bezeichnen kann), und - wohl das Übelste - Miss Perfect aka Beyoncé mit unreiner Haut. Skandal!

Unbearbeitetes Bild von Cindy Crawford für das Frauenmagazin Marie Claire.


Vor allem über die Kommentare habe ich mich aufgeregt. Die meisten zollten den zwei Frauen "viel Respekt" für den Mut , sich "unbearbeitet" zu zeigen. Kann mir jemand erklären, warum es Mut braucht, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist?

Ja klar, wir alle versuchen täglich, uns etwas schöner darzustellen, als wir es sind. Mit Make-up, mit Styling, mit Klamotten. Aber und und zu zeigen wir uns auch mal ungeschminkt, in Jogging-Hose und Labber-Shirt. Kriegen wir dann ein High-Five, weil wir so viel Mut zeigen? Also ich bisher nicht.

Unsere Welt hat sich nicht nur an all die Photoshop-Bilder gewöhnt, sondern sieht die Welt auch schon durch Photoshop-Augen. Täglich werden uns massenweise Frauen und Männer mit makelloser Haut, perfekten Körpern und traumhaften Haaren vorgesetzt, dass wir glauben, dies sei der Standard für die Menschen. "Normalos" existieren schon gar nicht mehr. Und wenn dann mal das wirkliche Ego dieser perfekten Menschen gezeigt wird, sind wir entweder schockiert darüber, dass sie gar nicht perfekt sind. Statt uns nochmals bewusst zu machen, dass diese perfekten Menschen auch nur Menschen sind.


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